Favoritensiege beim 49. Giro delle Dolomiti 13. - 17. Juli 2026
Der Südtiroler Georg Widmann und Julia Jedelhauser aus Deutschland siegten an allen fünf Tagen der Etappenfahrt und somit auch souverän in der Gesamtwertung. Robert Dreu aus Baden war auf den Panoramastraßen der Dolomiten mit dabei und schildert uns seine Eindrücke.
Robert Dreu unterwegs mit Blick auf das prächtige Bergpanorama der Dolomiten (Foto: Robert Dreu)
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Unser „rasender Reporter“ Robert Dreu fuhr mit seinem Rennrad alle Etappen des Giro delle Dolomiti 2026 mit. Hier sein Bericht:
Das war der Giro delle Dolomiti 2026
Bereits zum 49. Mal ging vom 13. - 17. Juli diese traditionsreiche wie legendäre fünftägige Hobby-Radveranstaltung über die Bühne. Zumal „Hobby-Radveranstaltung“ ein sehr dehnbarer Begriff ist, sei kurz erwähnt wie diese Sternfahrt von Bozen aus abläuft: Die Veranstaltung erstreckt sich über fünf Fahrtage von Montag bis Freitag. Täglich steht eine Etappe zwischen 50 km und 110 km bei 1.300 bis 3.100 Höhenmeter auf dem Programm. Im Rahmen jeder Etappe gibt es ein Bergzeitfahren mit ca. 800 Höhenmetern, dessen Zeiten in der Addition ein Gesamtklassement ergibt. Ansonsten wird mit relativ gemütlichem Tempo (ca. 20 - 22 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit) im geschlossenen Convoi geradelt.
Etappenfahrt verdient sich das Prädikat „exzellent“
Der erwähnte Convoi ist vergleichbar mit jenem einer Profi-Landesrundfahrt: Mehr als 10 Begleitmotorräder, Voraus- und Schlussfahrzeug, Mechaniker-/Servicefahrzeug, Krankenwagen, Besenwagen (falls es jemand mal zu anstrengend wird) - das bietet ein enormes Maß an Sicherheit und man fährt die Etappen praktisch befreit vom Autoverkehr. Zumal man auf den weltberühmten und somit vielbefahrenen Panoramastraßen der Dolomiten unterwegs ist eine echt einzigartige Gelgenheit und Genuss!
Ergänzt wird der der Convoi noch durch viel Carabiniere - also Kieberei:) So wird im Zuge der Wegfahrt- oder Rückfahrt durch Bozen an bestimmt 20 Stellen der Straßenverkehr angehalten und man rollt ohne einmal stehen bleiben zu müssen durch Bozen.

Sonne, Berge, Pässe - besser geht's nicht (Foto: Robert Dreu)
Kulinarische und landschaftliche Highlights
Auf den Etappen selbst gibts reichlich Labestationen und auch ein spätes Mittagessen mit italienischen Schmankerln. In Summe scheuen die Veranstalter in keinster Weise Kosten und Mühen für das Wohl der Teilnehmer - ein unbezahlbarer Aufwand im wahrsten Sinne des Wortes, der durch die Nenngelder nicht gedeckt werden kann. So wird dieses Megaspektakel auch mit Fördergeldern gestützt. Als Teilnehmer bekommt man somit weitaus mehr Leistung als man bezahlt - das Nenngeld bewegt sich je nach Anmeldedatum zwischen 550 und 650 EUR.
Die Strecken sind jedes Jahr etwas unterschiedlich, einige der Highlights der heurigen Etappen:
Sella Ronda
Passo Rolle
Passo San Pellegrino
Passo Niger
Ritten (Bozener Hausberg)

Robert Dreu genoss die tolle Verpflegung mit kulinarischen Schmankerln (Foto: Robert Dreu)
Fazit
Was mein sportliches Abschneiden anbelangt - trotz größter Anstrengung relativ chancenlos gegen die teilweise federleichten und starken Kletterer im Feld - Rang 24 gesamt, 4. in der Altersklasse 49-54.
Aber das ist Nebensache - das Erlebnis in den schönsten Gebirgslandschaften der Welt zu radeln ist unvergesslich und die Kameradschaft mit den Teilnehmern inkl. Australien, USA, Japan unkompliziert und locker!
Wer jetzt neugierig geworden ist, besucht am besten die übersichtliche Webpage der Veranstaltung unter www.girodolomiti.com.
Quelle: Robert Dreu

Gruppenbild mit Aussicht (Foto: Sportissimus)
Tageschronik 49. Giro delle Dolomiti 13. - 17. Juli 2026:
Georg Widmann und Julia Jedelhauser mit "Start-Ziel-Siegen"
Quelle: PM/Sportissimus
Schon auf der ersten Etappe am Montag auf den Niger- und Karerpass mit rund 300 Radfahrer:innen aus 25 Nationen ließen die Favoriten keine Überraschungen zu. Auf dem zeitgestoppten Abschnitt zwischen St. Zyprian und dem Nigerpass (6,9 Kilometer/542 Höhenmeter) waren der Traminer Georg Widmann und die Deutsche Julia Jedelhauser die Schnellsten.
Als zweite Etappe des 49. Giro delle Dolomiti stand am Dienstag die klassische Sellaronda auf dem Programm. 107,5 Kilometer weit und mit 3.080 Höhenmetern ging es im umgekehrten Uhrzeigersinn um den Sellastock. Im umgekehrten Uhrzeigersinn wurden nach dem Start in Waidbruck das Sellajoch, das Pordoijoch, der Campolongopass und zu guter Letzt auch das Grödnerjoch in Angriff genommen. Auf dem zeitgestoppten Abschnitt von Kolfuschg auf das Grödnerjoch (6,3 km/442 hm) lieferte sich Georg Widmann - wie bereits am ersten Tag - ein Duell mit dem Deutschen Ralph Ziegaus und holte sich die Tageswertung mit 13 Sekunden Vorsprung. Julia Jedelhauser hingegen triumphierte souverän und erreichte das Grödnerjoch als insgesamt Vierte im ganzen Teilnehmerfeld.
Am Mittwoch führte die kürzeste Etappe des Giro von Bozen nach Klobenstein auf den Ritten. Lediglich 20,5 Kilometer und 948 Höhenmeter waren zu bewältigen, doch hatte es der zeitgemessene Abschnitt von Rentsch bis nach Weber im Moos mit 791 Höhenmetern auf 11,5 Kilometern durchaus in sich. Nichts Neues hingegen bei den Tagesschnellsten: Die Giro-delle-Dolomiti-Dominatoren waren Georg Widmann und Julia Jedelhauser.
Die vierte Etappe führte am Donnerstag in die Palagruppe ins Trentino. Nach dem Start in Predazzo ging es über 88,7 km und 2.492 hm um das größte Bergmassiv der Dolomiten. Für die Gesamtwertung zählte der Abschnitt zwischen Bellamonte und dem Passo Rolle (14,8 km/570 hm). Über San Martino di Castrozza, den Passo Valles und den Passo San Pellegrino führte der Abschnitt retour nach Predazzo. Georg Widmann und der Ingolstädter Ralph Ziegaus lieferten sich dabei einen packenden Zweikampf, den Widmann erst kurz vor dem Ziel für sich entschied. Im Ziel trennten die beiden nur 2 Sekunden. Julia Jedelhauser hingegen war wieder eimal eine Klasse für sich, fuhr bei den schnellsten Männern mit und siegte mit über drei Minuten Vorsprung.
Abgeschlossen wurde der 49. Giro delle Dolomiti am Freitag mit der 51,3 km langen Etappe auf den Tschögglberg in die Dörfer von Mölten und Jenesien. Georg Widmann war auf dem anspruchsvollen zeitgestoppten Teil von Terlan nach Verschneid (9 km/789 hm) wieder der Schnellste, vor Ralph Ziegaus und dem Franzosen Jérémy Clément. Bei den Damen setzte Julia Jedelhauser auch am finalen Tag ihre Dominanz fort und sicherte sich souverän den Gesamtsieg. Nur vier Herren waren in Verschneid schneller als die Allgäuerin, die mehr als sechs Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Julia Tanner (ITA) hatte. Christina Hildenstab aus Deutschland belegte den dritten Platz - sowohl bei den Damen als auch bei den Herren waren die Top3 der Tageswertung identisch mit dem Podium der Gesamtwertung.

Immer mit dabei: Die Zacken der Dolomiten (Foto: Sportissimus)
Stimmen der Sieger
"Die Steigung hatte es in sich", sagte Widmann am Finaltag, der mit seiner Woche "vollauf zufrieden" war. Wenn man ihm vor dem Giro-Start gesagt hätte, dass er alle fünf Etappen gewinnen würde, hätte er nicht daran geglaubt. Im Vorjahr musste er sich noch mit Rang zwei im Gesamtklassement begnügen. "Die Gegner schlafen auch nicht, Ralph hat mich die gesamte Woche auf Trab gehalten." Der Traminer lobte das "Ambiente und Format" und nahm aufgrund der guten Organisation sogar "ein bisschen Tour-de-France-Feeling" wahr.

Georg Widmann - Gewinner der Gesamtwertung (Foto: Sportissimus)
"Ich war jeden Tag rund drei, vier Minuten schneller, als mein Trainer es berechnet hatte", freute sich Jedelhauser nach ihrem souveränen Gesamtsieg, dem bereits vierten nach 2021, 2023 und 2024. Die Vorjahreszweite lieferte den Herren auf allen Etappen einen sportlichen Kampf: "Dass ich fünf Tage lang relativ gut mit den Herren mithalten konnte, hätte ich nicht gedacht." Der Siegerin gefiel das "Gesamtkonzept" des Giro sehr: Rennen, eine tolle Landschaft - "es ist für alle etwas dabei."

Julia Jedelhauser - Gewinnerin der Gesamtwertung (Foto: Sportissimus)
49. Giro delle Dolomiti – Gesamtwertung
Top-5 Herren
1. Georg Widmann ITA 2:17:28 Stunden
2. Ralph Ziegaus GER 2:20:05
3. Jérémy Clément FRA 2:22:37
4. Stefan Vasilev BUL 2:23:58
5. Eduard Rizzi ITA 2:24:27

Herrenpodium: 2. Ralph Ziegaus, 1. Georg Widmann, 3. Jérémy Clément (Foto: Sportissimus)
Top-5 Damen
1. Julia Jedelhauser GER 2:24:32 Stunden
2. Julia Tanner ITA 2:48:20
3. Christina Hildenstab GER 2:50:24
4. Bianca Morvillo ITA 2:52:04
5. Hristina Kozareva BUL 3:03:06

Damenpodium: 2. Julia Tanner, 1. Julia Jedelhauser, 3. Christina Hildenstab (Foto: Sportissimus)
Ergebnisse aller Etappen und Gesamtwertung:
www.endu.net/it/events/giro-delle-dolomiti-001
Zufriedene Veranstalter
OK-Chefin Bettina Ravanelli sprach von einer "perfekten Woche" und einer "sehr harmonischen Stimmung" im Teilnehmerfeld aus 25 Nationen. Sogar ein Fahrer aus Japan war mit dabei. Bei dieser Ausgabe wurde verstärkt Wert auf die lokale Gastronomie und kleine kulturelle Highlights gelegt, sagte sie. Damit soll Südtirol "so gut wie möglich auf einem Tablett" präsentiert werden.
Im kommenden Jahr findet dann der Jubiläums-Giro statt. Georg Widmann hofft, auch bei der 50. Ausgabe dabei zu sein. Julia Jedelhauser versprach lächelnd nach ihrem Sieg: "Ich werde da sein. Definitiv."
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Artikel vom 23.07.2026
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Gruppenbild mit Aussicht (Foto: Sportissimus)
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