Rund um Sachsen: Strasser Unsupported-Sieger - Kaufmann Vize-Europameister
Österreichs Ultracycler kommen auf Touren: Beim 900 Kilometer langen Ultracyling-Rennen von 22. - 24. Mai 2026 in Sachsen setzte Christoph Strasser mit einem Streckenrekord neue Maßstäbe. Lukas Kaufmann war supported unterwegs und sicherte sich den Titel des Vize-Europameisters.
Christoph Strasser und Lukas Kaufmann (Fotos: Saskia Martin / saskiacmartin.com, Lisa Edelsbrunner )
- Details zu diesem Event
- Link
- Verwandte Artikel
Das Rund um Sachsen führt Einzelfahrer:innen, Teams und Staffeln ausgehend von Oschatz über 900 Kilometer und 8.500 Höhenmeter rund um das deutsche Bundesland. Die Strecke kann mit Teamunterstützung (Supported) oder ohne Hilfe (Un/Nonsupported mit Depotmöglichkeit bei den Checkpoints) absolviert werden. Die 900km-Strecke zählte heuer als Europameisterschaft der WUCA im Ultracycling (Solo Supported). Mit dem Sachsen 500 gibt es auch eine kürzere Distanz.
Krimi in Sachsen
Christoph Strasser sorgte bei seiner Premiere bei Rund um Sachsen für eine große Überraschung. Nicht nur stellte der Steirer mit einer Zeit von 30:55 Stunden einen neuen unsupported-Streckenrekord auf, sondern war bis auf den Deutschen Sebastian Mayr schneller als alle anderen Starter, die mit Betreuerteam an den Start gingen.
In der Gesamtwertung, wo üblicherweise unsupported-Fahrer, die komplett auf sich alleine gestellt sind, gegen die Teilnehmer mit Betreuercrew keine Chance haben, entwickelte sich ein wahrer Krimi. Der Deutsche Ultra-Spezialist Sebastian Mayr, 24h-Weltmeister und Sieger des Race Around Austria, lag am Ende mit einer Fahrzeit von 30:42 Stunden nur 13 Minuten vor Strasser! Und dieser wiederum hängte als Gesamtzweiter den Vize-Europameister Lukas Kaufmann um 19 Minuten ab.
"Das taugt mir schon richtig. Bis auf Mayr die schnellste Zeit des Tages zu haben ist unglaublich. Mein Rad ist viel schwerer, ich habe Gepäck mit und musste in der Nacht vorsichtiger fahren", so die ersten Emotionen vom sechsfachen RAAM-Sieger.
Fast perfektes Rennen für Strasser
Die Strecke, die Christoph stark ans Mühlviertel oder die südsteirische Weinstraße erinnerte, beinhaltete vier Checkpoints, wo auch Ausrüstung und Verpflegung hinterlegt werden konnte. "Von daher war es ein "entschärfteres" als die normalen unsupported-Rennen. Ich fuhr mit einem Zeitfahrrad mit einer Scheibe hinten drin. Dabei hatte ich zwei Taschen mit dem Notwendigsten drin. Bei den Checkpoints hinterlegte ich Proviant, meist meine Flüssignahrung und Getränke, sowie Bekleidung. Ich bin richtig schnell gefahren und habe nie überzogen. Bis zur Hälfte des Rennens habe ich fast nur meine Ernährung genommen, doch dann wurde mir das monoton und besorgte in Tankstellen vor allem Limonaden", beschreibt Strasser.
Von technischen Defekten blieb er großteils verschont: "Zu Beginn verbrauchte ich zu viel Strom, deshalb musste ich in der Nacht Strom sparen und konnte bei den schnellen und steilen Abfahrten nicht mit dem Aufblendlicht fahren. Wichtig war sicher durch die Nacht zu kommen. Ein weiteres Problem war der Flaschenhalter, der sich löste. Aber ich konnte ihn bei einem Checkpoint mit Kabelbindern zusätzlich fixieren."

Strasser wird Gesamtzweiter und bester unsupported-Fahrer (Foto: marieceres.photography/Rund um Sachsen)
Im Juli quer durch Europa beim TCR
Nach dem zweiten Sieg im zweiten Rennen nach dem Unknown Race im April über 1.000 Kilometer kann Strasser den Saisonhöhepunkt kaum erwarten, denn am 19. Juli beginnt das Transcontinental Race: Die 12. Auflage des größten unsupported-Rennens, das Christoph bereits zwei Mal gewann, startet heuer im norwegischen Trondheim. Nach rund 4.500 Kilometern quer durch Europa endet es im griechischen Kalamata.
Lukas Kaufmann wird Vize-Europameister im Ultracycling
Der aus Kronstorf in Oberösterreich stammende Ultrasportler holte sich nach einer herausragenden sportlichen Leistung mit einer Fahrzeit von 31 Stunden und 14 Minuten hinter Sebastian Mayr die EM-Silbermedaille. Unterstützt wurde Lukas dabei von einem sechsköpfigen Betreuerteam (2 Teams zu je 3 Personen) und einem dreiköpfigen Medienteam.
Beim Rennen entlang der sächsischen Landesgrenze stellte die Nacht für Kaufmann eine besondere Herausforderung dar, dennoch meisterte er diese Phase souverän. Aufgrund der permanenten Anforderungen auf der Strecke, im Straßenverkehr sowie bei der Navigation blieb kaum Zeit, die landschaftlichen Eindrücke der Region zu genießen. Die Sicherheit hatte für Lukas stets oberste Priorität. Daher bemerkte er zunehmende Konzentrationsschwierigkeiten und entschied sich, einen fünfminütigen Powernap einzulegen. Dieser wurde professionell umgesetzt, sodass der zweifache Familienvater zum optimalen Zeitpunkt geweckt wurde, um die Fahrt sicher bis ins Ziel fortzusetzen.

Lukas Kaufmann mit seinem Team im Ziel (Foto: Lisa Edelsbrunner)
Kaufmann mit starker Leistung motiviert bis zum Schluss
Lukas zeigte sich nach dem Rennen erleichtert und dankbar: „Am Freitag um 14:55 Uhr war es endlich so weit, als 21. und letzter Teilnehmer der Ultracycling-Europameisterschaft startete ich am Hauptplatz von Oschatz in mein Rennen. RUND UM SACHSEN - 900 Kilometer und 8500 Höhenmeter lagen vor mir und meinem großartigen Team.
Die Strecke in Sachsen ist ca. 200 Kilometer flach, dann kommen 400 sehr hügelige Kilometer und die letzten 300 Kilometer sind wieder mehr oder weniger flach. Alle die mich kennen, die wissen, dass ich mich in den Anstiegen am wohlsten fühle, auch wenn ich immer gerne am Donauradweg trainiere.
Da ich als letzter ins Rennen geschickt wurde, war es immer eine große Motivation für mich einen Teilnehmer nach dem anderen einzuholen. Nach ca. 700 Kilometern waren nur noch zwei Teilnehmer vor mir – der spätere Sieger Sebastian Mayr aus Deutschland und der später drittplatzierte Pole Mariusz Cukierski. Als ich einige Kilometer vor dem Ziel auch noch Mariusz überholen konnte, war meine Freude riesig.
Nach 31 Stunden und 14 Minuten fuhr ich überglücklich als Vize-Europameister über die Ziellinie! DANKE an meine Frau, meine Sponsoren und meine Betreuer – dieser VIZE-EM Titel ist für euch! Es war ein hartes Rennen. Ohne mein Team und meine Sponsoren wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen. Ich bin froh, gesund im Ziel angekommen zu sein und diesen zweiten Platz bei der Europameisterschaft erreicht zu haben!“
Ergebnisse 900 km
EM supported Ultracycling
1. Sebastian Mayr GER 30:42:05
2. Lukas Kaufmann AUT 31:14:05
3. Mariusz Cukierski POL 32:35:51
1. Isa Pulver SUI 36:17:21
2. Yvonne Margraf GER 39:14:42
3. Anita Schenk GER 43:41:32
unsupported
1. Christoph Strasser AUT 30:55:26
1. Angelika Kuhn GER 46:33:27
Alle Ergebnisse Rund um Sachsen 2026
Quellen: PM/Martin Roseneder/Benedikt Oswald/Lukas Kaufmann
Artikel vom 26.05.2026
- Fotos (5)
-

Mai 2026
Christoph Strasser wird Gesamtzweiter und bester unsupported-Fahrer (Foto: marieceres.photography/Rund um Sachsen)
Mai 2026
Große Freude in Sachsen nach dem neuen Streckenrekord (Foto: marieceres.photography/Rund um Sachsen)
Mai 2026
Christoph Strasser startet ins Rennen (Foto: marieceres.photography/Rund um Sachsen)
Mai 2026
Vize-Europameister Lukas Kaufmann unterwegs bei Rund um Sachsen (Foto: Lisa Edelsbrunner)
Mai 2026
Lukas Kaufmann mit seinem Team im Ziel (Foto: Lisa Edelsbrunner)
- Videos (1)
-
Rund um Sachsen 2025 - Official Aftermovie
08.06.2025
- Abonniere den radmarathon.at Newsletter und wir informieren dich regelmäßig über die aktuellen Neuigkeiten und Termine!

MENU



Oschatz (SN)


