Radmarathon in Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Mitteleuropa

deutsch english italiano

 Austria Top Tour

radmarathon.at auf Facebook radmarathon.at auf Instagram radmarathon.at auf YouTube

Austria Top Tour

Race Across America 2026: Philipp Kaider triumphiert erneut

Der 40-Jährige Niederösterreicher gewinnt das 4.938 Kilometer lange RAAM in 8 Tagen 18 Stunden und 58 Minuten zum zweiten Mal in Folge. Dies ist bereits der 13. Solosieg eines Österreichers beim härtesten Radrennen der Welt. Update 28.6.: Thomas Mauerhofer finisht als Gesamt-Vierter.

Philipp Kaider und sein Team im Ziel in Atlantic City (Foto: Joe Ambrosch)

Philipp Kaider und sein Team im Ziel in Atlantic City (Foto: Joe Ambrosch)

Am 16. Juni 2026 startete Philipp Kaider von Oceanside an der kalifornischen Pazifikküste mit seinem 11-köpfigen Team in sein zweites RAAM. Temperaturen von über 43°C in der Wüste, dünne Luft auf über 3.300 Metern über dem Meer, schlechte Straßen auf den endlosen Geraden und viel Verkehr verlangten ihm alles ab. Probleme in der Sitzregion sowie zunehmende Nacken- und Schulterprobleme konnten den Niederösterreicher aber von seinem Sieg nicht abhalten.

Kaider trotzte den Strapazen und mit 80 Minuten Schlaf pro Tag (erste Schlafpause nach 35 Stunden) und Powernaps gegen Ende des Rennes fuhr er nach 8 Tagen 18 Stunden und 58 Minuten erneut beim wohl härtesten Radrennen der Welt in Atlantic City an der Atlantikküste als Erster über die Ziellinie. Er unterbot damit seine Vorjahreszeit um 3 Stunden und 34 Minuten.

pic
Der Gewinn des härtesten Radrennens der Welt: Ein Brett (Foto: Joe Ambrosch)

Glücklich im Ziel meint Philipp: „Das ist schon sehr schräg. Das ist unglaublich verrückt, dass einem das zweimal passieren kann, dass man das zweimal gewinnen kann. Zweimal zu finishen und zweimal zu gewinnen ist schon unbeschreiblich!“ Am unspektakulären Ende vor dem Surf Stadion von Atlantic City brachen bei Kaider und seiner Crew alle Dämme. Das Erlebte, das neun Tage lang auf sie einprasselte, muss jetzt erst mal verarbeitet werden.

pic
Philipp Kaider did it again: Sieger mit einer Zeit von 8 Tagen 18 Stunden 58 Minuten (Foto: RAAM)

Das Schwierigste für Kaider war in diesem Jahr der Vergleich zum Vorjahr, den er eigentlich nicht anstellen wollte: „Ich bin aber nicht weggekommen davon. Man vergleicht sich doch immer wieder. Dann habe ich mir gedacht: ‚Warum habe ich heuer nicht so viel Spaß, wie letztes Jahr?‘, obwohl es perfekt rennt. Gleichzeitig war das dann aber eine große Erkenntnis wieder, wie ich draufgekommen bin, dass ich es so akzeptieren muss, wie es ist und ich keine großen Erwartungen haben muss.“



pic
Vor allem zu Beginn des Rennens konnte Kaider auf seinem Scott Plasma viel Zeit auf seine Vorjahreszeit gutmachen (Foto: Joe Ambrosch)

Es waren vor allem die Momente des Scheiterns in den letzten 14 Jahren. Viele Fehler zu Beginn seiner sportlichen Karriere, nachdem er als Kettenraucher sein Leben vollständig umgekrempelt hat, nahm er zum Anlass sich zu verbessern. Diese Momente waren es, die ihm letztendlich den zweiten RAAM-Sieg ermöglichten

pic
Kaiders Crew Chief Dominik Tantscher gibt die Richtung vor: Hier geht es Richtung Ziel (Foto: Joe Ambrosch)

Wie auch im Vorjahr hat sich die Crew als Schlüssel zum Erfolg erwiesen. „Ich kann nur Radfahren. Auch wenn es nicht so wirkt: Ultracycling ist ein Mannschaftssport!“, bedankt sich Kaider bei seinem Team.

pic
Die Anstiege der Appalachen sind steil - Zuspruch gibt es für Kaider vom Team (Foto: Joe Ambrosch)

Kilometer für den guten Zweck
Die Kilometer hat Kaider auch heuer wieder für die Sonne Radl-Challenge in die Pedale getreten. Bei der Aktion werden bis Ende Juni alle geradelten Kilometer von Sponsoren in Spenden umgewandelt, um Kindern in Malawi Zugang zu Bildung und Sportunterricht zu ermöglichen. Die Kilometer des Niederösterreichers werden von der Wolkersdorfer Druckerei Gerin in bares Geld umgewandelt.

„Jeder, der ein Rad hat, ist eigentlich verpflichtet mitzumachen. Man kann mit einem sehr geringen Aufwand das Leben eines Kindes verändern“, sagte Kaider bereits vor dem Start des Rennens.

pic
Check für Kaider vor dem Kapitol in Jefferson City (Foto: Joe Ambrosch)

3.068,2 Meilen/4.938 km
Philipp Kaiders Durchschnittsgeschwindigkeit bei seiner USA-Durchquerung von West nach Ost betrug 14,54 mph/23,4 kmh.

pic
Regen und viel Verkehr nach Jefferson City (Foto: Joe Ambrosch)

13. österreichischer RAAM-Solosieg
Nach Franz Spilauer (1988), Wolfgang Fasching (1997, 2000, 2002), Rekordsieger Christoph Strasser (2011, 2013, 2014, 2017, 2018, 2019) und Severin Zotter (2015) ist Philipp Kaider (2025, 2026) der fünfte österreichische Triumphator beim härtesten Radrennen der Welt.

pic
Fans entlang der Strecke bringen Motivation für Philipp Kaider (Foto: Joe Ambrosch)

Update 28.6.:
Das offene Kapitel ist geschlossen: Thomas Mauerhofer finisht als Gesamt-Vierter

Acht Jahre nach dem Unfall, der seine Karriere fast beendet hätte, hat es Thomas (48, aus Anger) geschafft: Heute ist der oststeirische Ultracyclist beim Race Across America im Ziel in Atlantic City eingetroffen — als Gesamt-Vierter mit einer Zeit von 10 Tagen, 23 Stunden und 32 Minuten. Damit hat er das härteste Radrennen der Welt, 4.933 Kilometer nonstop quer durch die USA, zu Ende gefahren.

Es ist der Schlusspunkt einer Geschichte, die 2018 brutal unterbrochen wurde. Damals lag Mauerhofer auf Podestkurs, als ihn ein Unfall mit Halswirbelbruch stoppte. Das Comeback 2019 gab er auf, weil es nach dem Unfall mental nicht zu stemmen war. Diesmal ist er durchgekommen — bis ans andere Ende des Kontinents.

pic
Thomas Mauerhofer finisht das RAAM als Gesamt-Vierter - acht Jahre nach seinem schweren Unfall (Foto: Benjamin Helm / @benjamin.reportage)

Keine Aufgabe trotz Shermer’s Neck
Leicht gemacht hat es ihm das Rennen nicht. Nach der überstandenen Magen-Krise in der Wüste rund um das Monument Valley kämpfte sich Mauerhofer über den Halfway-Point — und musste auf der zweiten Hälfte gegen die typischen Dämonen des RAAM bestehen: den gefürchteten Shermer’s Neck, bei dem die Nackenmuskulatur versagt und der Kopf nicht mehr aufrecht gehalten werden kann, dazu ein schmerzendes Knie. Aufgeben war keine Option. Mauerhofer biss sich durch jede dieser Krisen und brachte das Rennen ins Ziel.

„Acht Jahre lang war dieses Rennen mein offenes Kapitel. Heute ist es geschlossen. Es gab Momente — in der Wüste, mit dem Nacken, mit dem Knie —, in denen alles dagegen sprach. Aber ich bin weitergefahren. Dass ich jetzt im Ziel stehe, bedeutet mir alles“, sagt Thomas Mauerhofer. Mit dem Finish krönt Mauerhofer eine Rückkehr, die vor wenigen Jahren noch undenkbar schien - und schreibt das Ende seiner Geschichte selbst.

pic
Geschafft: Mauerhofer nach 4.933 Kilometern quer durch die USA in Atlantic City (Foto: Benjamin Helm / @benjamin.reportage)

21.6.: Thomas Mauerhofer kämpfte sich durch Wüsten-Krise
In der Wüste rund um das Monument Valley machte dem 48-jährigen Oststeirer in den ersten Renntagen der Magen zu schaffen — bei Hitze und Dauerbelastung eine der gefürchtetsten Krisen im Ultracycling, wenn der Körper Nahrung und Flüssigkeit nicht mehr annimmt. Es waren die Stunden, in denen sich entscheidet, ob ein Rennen weitergeht oder endet.

Mauerhofer hielt durch — und kämpfte sich zurück. Nach der Überquerung des Halfway-Points lief es wieder richtig gut: „In der Wüste hatte ich mit dem Magen richtig zu kämpfen, das waren harte Stunden. Aber ich wusste: Wenn ich da durchkomme, kommt die Wende. Jetzt zählt nur noch der Weg nach vorne“, so Thomas Mauerhofer.

Mittlerweile befindet sich Mauerhofer nach ca. 2.740 gefahrenen Meilen im US-Bundesstaat Maryland. Mauerhofer kämpft aktuell mit Nackenproblemen und musste die Pace reduzieren. Doch das Ziel in Atllantic City bleibt weiterhin im Fokus.

pic
Thomas Mauerhofer durch die Weite des Südwestens der USA (Foto: Benjamin Helm / @benjamin.reportage)

Deutsches Team rast ins Ziel
Noch vor Thomas Mauerhofer liegen in der Solowertung der Australier Allan Jefferson auf Platz 2 und der Schweizer Michel Bucheli auf Rang 3. Als schnellste und einzige Dame im Feld ist die Dänin Pernille Kinnunen unterwegs.

Das schnellste Team ist bereits im Ziel: Das deutsche 8er-Team SV Enge-Sande durchquerte den amerikanischen Kontinent in einer Zeit von 5 Tagen 2 Stunden und 47 Minuten.

LIVE TRACKING
www.raamrace.org/live-tracking

Ergebnisse
www.raceacrossamerica.org/raamweb/raam_menu
Menü (oben) -> Race Coverage -> Results, Kategorie (links) -> RAAM

RAAM-Updates auf dem Videokanal von K19

Quellen: PM/Christian Troll/Benjamin Helm

Artikel vom 26.06.2026

 

  • Fotos (159) alle anzeigen ...
  • Mehr Fotos

  • Videos (3)
  • WEIT:ER RACE ACROSS AMERICA 2025 - Ultracycling Documentary
    20.06.2025

    RAAM 2024 - Rückblick Lukas Kaufmann
    24.06.2024

    #raam 2022 - FINALE! - BRAVO KURT MATZLER
    26.06.2022

  • Mehr Videos

 

Presse | Sitemap | Impressum | Datenschutz | Cookie Einstellungen
© 2026 www.radmarathon.at