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Christoph Strasser feiert vierten Sieg beim Race Across America

8 Tage, 9 Stunden und 34 Minuten benötigte der steirische Extremsportler für die Durchquerung des amerikanischen Kontinents auf dem Rad. Alexandra Meixner ist die erste österreichische Solo-Finisherin in der RAAM-Geschichte. Patric Grüner und Gerhard Gulewicz mussten aufgeben.

Christoph Strasser bei der Überquerung des Halfway-Points  (Foto: Manuel Hausdorfer | lime-art.at)

Christoph Strasser bei der Überquerung des Halfway-Points (Foto: Manuel Hausdorfer | lime-art.at)

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www.raceacrossamerica.org

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Mit einem herzhaften „Jawui!“ feierten Christoph Strasser und seine Crew die Zielankunft zu nächtlicher Stunde in Annapolis/Maryland. Nach exakt 8 Tagen, 9 Stunden und 34 Minuten erreichte der Steirer am 22. Juni 2017 kurz nach 2 Uhr Ortszeit das Ziel an der US-Ostküste und fixierte damit den vierten RAAM-Sieg bei seiner siebenten Teilnahme. Er lag im Ziel über 700 Kilometer und rund 1,5 Tage vor dem derzeit Zweitplatzierten US-Amerikaner Mark Pattinson. Das ist Rekord!

„Ich bin jetzt fix und fertig, aber auch überglücklich über meinen vierten Sieg beim Race Across America und dass es so gut ausgegangen ist. Jetzt freue ich mich auf ein richtiges Bett und auf einige Stunden Schlaf. Und nach über einer Woche werde ich nach 50 Minuten Schlaf nicht aufgeweckt, um mich dann gleich wieder aufs Rad setzen zu müssen“, sagt Christoph in einer ersten Reaktion.

Start nach optimaler Vorbereitung
Bereits im Jänner 2017 pulverisierte Strasser den Australien-Rekord für die Strecke von Perth nach Sydney und stellte auf der 3.950 km langen Distanz einen neuen Weltrekord Down Under auf. Ab Ende Mai absolvierte Christoph für das Race Across America eine längere Vorbereitung in den USA, zwecks Akklimatisation in den Rocky Mountains und in der Wüste. Nachdem vor dem Start sogar Bundespräsident Alexander Van Der Bellen dem Steirer via Facebook alles Gute für die nächsten acht Tage und 4.940 Kilometer quer durch die USA gewünscht hatte, ging es am 13. Juni 2017 in Oceanside an der Pazifikküste los.

Christoph Strasser gewinnt mit Rekordvorsprung
In der Anfangsphase hielt Strasser bewusst das Tempo unten, um dann umso mehr durchzustarten. Am zweiten Tag übernahm er die Führung, die er bis zum Ziel nicht mehr abgab. Nach zweieinhalb Tagen Fahrzeit hatte Christoph das mit bis zu 40 Grad glühend heiße Monument Valley bereits hinter sich gelassen. Den Halfway-Point nach ca. 2.500 Kilometer passierte er mit Riesenvorsprung von über 300 Kilometern vor dem Tiroler Patric Grüner und dem Slowenen Markoh Baloh. Mit einer bisherigen Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h an fünf Tagen durchquerte er einen seiner Lieblingsabschnitte, die endlosen Geraden von Kansas, wo er von einem schweren Gewitter heimgesucht wurde: „Das war eines der ärgsten Gewitter, das ich je erlebt habe“, teilte Christoph von seinem Rad aus mit. „In der gestrigen Nacht habe ich Kansas erreicht und mit mörderischem Tempo von über 30 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit ging es durch den Bundesstaat. Hier befinden sich die drei flachsten Etappen des RAAM, wo es die Wertung „King of the Prairie“ gibt - die wollte ich mir holen. Am Abend wurde es immer schwüler und heißer, vom Asphalt herauf stieg die Hitze. Dann begann der Blitz und Donner. Wir wollten weiterfahren, entschieden uns aber für eine Pause, um das schlimmste abzuwarten.“

Nach 4.000 Kilometern lag Strasser mit unglaublichen 520 Kilometern Vorsprung vor Patric Grüner und dem dreimaligen Zweiten Mark Pattinson (USA). Christophs mentale Stärke beschreibt Michael Kogler, Chef der elfköpfigen Betreuercrew, zu diesem Zeitpunkt so: „Christoph ist einfach sehr gut drauf. Er hat keine größeren Probleme und die Müdigkeitsattacken halten sich stark in Grenzen. Natürlich hat Christoph die üblichen Wehwehchen, wie am Hintern oder die Nerven in den Händen sind beleidigt. Aber er ist sonst tipptopp beisammen! Mit enormen Willen und Freude fährt er dem Ziel entgegen. Es ist extrem beeindruckend für uns alle, wie er sich selbst immer wieder aus den Motivationslöchern zieht und wie stark sein Wille ist. Obwohl ich ihn seit 12 Jahren bei Extremradrennen betreue, ist das heuer von seiner mentalen Stärke her gesehen wahrscheinlich sein stärkstes Rennen überhaupt!“

Mit unveränderter Kraft rollte der „Strasser-Express“ weiter ostwärts. Nach mehr als 7 Tagen auf dem Rad galt es, die Appalachian Mountains zu überwinden. Zwar keine hohen Bergpässe, aber unzählige herausfordernde Anstiege und Abfahrten forderten die Psyche und mentale Stärke Strassers heraus. Kurz vor dem Ziel mussten er und seine Crew nach einem heftigen Unwetter mit Sturm in Pennsylvania noch umgestürzten Bäumen und auf der Fahrbahn liegenden Ästen ausweichen.

Schließlich die nächtliche Zielankunft in Annapolis, von Strassers Crew mit bengalischen Feuern begleitet. Christoph im ersten Interview: „In der Anfangsphase des Rennens fuhr ich kein hohes Tempo. Aber nach 2-3 Tagen habe ich den eigenen Rhythmus gefunden, zum Glück war es in der Wüste heuer etwas kühler. Ich habe nicht an einen neuen Rekord gedacht, nicht wie schnell die anderen Teilnehmer sind. Ich wollte einfach das Beste geben! Großen Dank an meine Supportcrew! Danke an alle Fans zuhause in Österreich für den geilen Support!“

Alexandra Meixner, zum Zeitpunkt von Strassers Zielankunft nach ca. 3.500 absolvierten Kilometern in Illinois unterwegs, gratulierte ihrem Landsmann gleich vom Rad aus herzlich.

Die Eckdaten zu Strassers Triumph
In den vergangenen acht Tagen spulte Christoph Strasser pro Tag 600 Kilometer ab, die Durchschnittsgeschwindigkeit inklusive Pausen betrug 25km/h. Die gesamte Schlafzeit belief sich auf nur 8,5 Stunden! Täglich verbrauchte er zwischen 9.000 und 12.000 Kalorien, im Schnitt musste er 400 Kalorien pro Stunde zu sich nehmen, die Flüssigkeitszufuhr betrug zwölf Liter pro Tag. Die Wattzahlen haben sich in den letzten Tagen auf 180 eingependelt, wobei diese Zahl je nach Motivation und Müdigkeitszustand stark variierte.

Mit seinem vierten Sieg überflügelte Strasser Ultraracing-Legende Wolfgang Fasching und den Amerikaner Rob Kish, die beide das RAAM jeweils 3x gewannen. Nur der 2010 tödlich verunglückte Slowene Jure Robic konnte mit 5 Siegen öfters triumphieren.

Die 36. Ausgabe des Race Across America brachte den 9. Österreichischen Sieg. Franz Spilauer (1988), Wolfgang Fasching (1997, 2000 und 2002), Christoph Strasser (2011, 2013, 2014 und 2017) sowie Severin Zotter (2015) sorgten dafür, dass im Schnitt jede vierte Auflage von Österreichern gewonnen wird!

www.christophstrasser.at

Patric Grüner muss RAAM-Premiere an 2. Stelle liegend abbrechen
Der 31 Jahre alte Tiroler Extremradsportler gab am 6. Tag des Rennens in Illinois aus medizinischen Gründen (Shermer’s Neck) auf, nachdem er bereits knapp 3.500 Kilometer absolviert hatte. Mit gutem Tempo als „Rookie“ auf Rang 2 liegend, wäre ein Weiterbestreiten des Wettkampfes aus ärztlicher Sicht unverantwortbar gewesen.

www.patric-gruener.at

Gerhard Gulewicz DNF
Der oberösterreichische Extremsportler kam bei seiner 12. RAAM-Teilnahme nur bis kurz vor Lake Mary in Arizona. Aufgrund starker Atemprobleme diagnostizierten die Mediziner einen Virusinfekt und boten dem 50-jährigen eine Behandlung mit entsprechenden Medikamenten (Cortison-Steroid) an, die eine Weiterfahrt ermöglicht hätten.

Gerhard Gulewicz: „Jedoch habe ich entschieden dies NICHT zu tun. Eine Entscheidung, die mir alles andere als leicht gefallen ist, aber es ist der Punkt erreicht, an dem man einfach sagen muss, es reicht! Mein Wunsch gesund ins Ziel zukommen, wäre nur schwer realisierbar gewesen. Das Race Across America wird mich unter Garantie wiedersehen - jedoch nicht mehr als Fahrer, sondern als begeisterter Fan und Bewunderer.“

www.gulewicz.net

Aktuell: Alexandra Meixner auf Rang 2
Die 45-jährige Frauenärztin aus dem Waldviertel erfüllte sich mit ihrer Teilnahme einen Traum und ist die erste Solo-Teilnehmerin aus Österreich beim Race Across America. Aktuell (22.6.2017) hat „Xandi“ bereits den Mississippi überquert und mehr als zwei Drittel der Strecke absolviert. Sie liegt hinter der US-Amerikanerin Sarah Cooper mit ca. 200 Kilometer Abstand auf dem 2. Platz. Update folgt.

www.frauenxundheit.at

UPDATE (27.6.2017) Meixner 12d 4h 35m
Unermüdlich kämpfte Alexandra Meixner mit Waldviertler Power und ihrem Schlachruf „YIIIHAAA!“ gegen Hitze, Wind, Unwetter und andere Unbillen der Strecke an und erreichte nach 12 Tagen 4 Stunden und 35 Minuten das Ziel in Annapolis. Die erste österreichische Solo-Finisherin in der RAAM-Geschichte erfüllte sich damit einen Traum.

Schnellste und neben „Xandi“ Meixner einzige Dame der Solokategorie im Ziel war Sarah Cooper aus den USA in 11 Tagen 18 Stunden und 56 Minuten.

Im Solobewerb der Herren hat Mark Pattinson zum vierten Mal in seiner Karriere Platz zwei erreicht. Mit einer Zeit von 9 Tagen, 19 Stunden und 14 Minuten kam er knapp vor dem Deutschen Guido Loehr (9d 22h 40m) in Annapolis an. Dieser gewann die Ü50-Wertung vor dem vielfachen RAAM-Finisher Marko Baloh aus Slowenien.

Andre Kajlich ist die erste Person die mit dem Handbike solo das Race Across America gefinished hat. Der US-Amerikaner benötigte dazu 12 Tage 16 Stunden 18 Minuten.

RAAM Live Tracking
www.raceacrossamerica.org/live-tracking.html

Das RAAM startete heuer am 13. Juni in Oceanside, Kalifornien. Die Strecke führt von der Westküste über 4.940 Kilometer und 35.000 Höhenmeter quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika durch zwölf Bundesstaaten an die Ostküste nach Annapolis in Maryland.

Artikel vom 22.06.2017

 

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